Nach tausenden Kilometern, unzähligen Rennen, großen Erfolgen und ebenso vielen Rückschlägen endet eine beeindruckende Karriere: Filippo „Pippo“ Fortin hängt sein Rennrad an den Nagel. Für Hrinkow Advarics war es eine besondere Ehre, den Italiener in seiner letzten Saison begleiten zu dürfen.
Manche Fahrer hinterlassen Spuren in Ergebnislisten. Andere hinterlassen Spuren im Peloton. Filippo Fortin gehört zweifellos zu jenen Athleten, die beides geschafft haben. Nach einer langen Karriere auf höchstem Niveau verabschiedet sich der 37-jährige Italiener nun aus dem aktiven Profiradsport.
Fortins Weg auf dem Rennrad begann bereits im Alter von sieben Jahren. Seine sportlichen Wurzeln liegen dabei auf der Bahn – eine Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet und die auch während seiner Straßenkarriere immer ein wichtiger Bestandteil seines Trainings blieb. Auf der Straße entwickelte sich Fortin zu einem ausgewiesenen Spezialisten für schnelle Rennen und Sprints. 2012 schlug er den Weg in den Profiradsport ein und trug im Laufe seiner Karriere unter anderem die Trikots von Sanofi, Bardiani, Cofidis sowie Solution Tech Vini Fantini.
Was folgte, war eine Karriere mit zahlreichen Höhepunkten. Fortin sammelte 26 UCI-Siege, stand unzählige weitere Male auf dem Podium und feierte Erfolge auf unterschiedlichsten Bühnen des internationalen Radsports. Zu seinen besonderen Erfolgen zählen unter anderem der Sieg beim legendären Red Hook Crit sowie der Triumph bei der Fixed-Gear-Weltmeisterschaft – Fortin ist bis heute deren letzter Sieger.
Doch eine lange Profikarriere besteht nicht nur aus Siegen. Tausende Trainingskilometer, unzählige Rennstunden, Reisen rund um den Globus, Verletzungen und Rückschläge gehören ebenso dazu. Gerade diese Erfahrungen machen Fortins Weg zu einer außergewöhnlichen Geschichte. Immer wieder kämpfte er sich zurück und stellte dabei unter Beweis, was ihn über all die Jahre ausgezeichnet hat: Leidenschaft, Professionalität und die Bereitschaft, jeden Tag aufs Neue für seinen Sport zu arbeiten.
Sein letztes großes Ausrufezeichen setzte Fortin im grünen Trikot von Hrinkow Advarics. Im Juni 2026 sprintete er auf der zweiten Etappe der Tour of Malopolska (UCI 2.2) zum Sieg und bescherte dem Steyrer Continental Team damit einen seiner besonderen Saisonhöhepunkte. Ein Sieg, der sinnbildlich für seine Karriere stand: Erfahrung, Timing, Geschwindigkeit und der unbedingte Wille, bis zur Ziellinie alles zu geben.
Seinen letzten internationalen Renneinsatz absolvierte Fortin bei der Tour de Slovaquie. Dort wurde der Italiener vom Peloton auf seinem letzten internationalen Auftritt entsprechend gewürdigt – ein besonderer Moment für einen Fahrer, der über viele Jahre selbst ein fixer Bestandteil dieses Pelotons gewesen war.
Auch für Hrinkow Advarics endet damit ein besonderes Kapitel. Fortin kam mit der Erfahrung aus vielen Jahren auf ProTeam-Level nach Steyr und brachte nicht nur seine sportliche Klasse, sondern auch einen großen Erfahrungsschatz in die Mannschaft ein. Für die jüngeren Fahrer war er ein wichtiger Ansprechpartner und jemand, von dem man abseits der Ergebnislisten ebenso viel lernen konnte wie im Rennen.
„Es war eine Ehre, ihn in seiner letzten Saison bei uns im Team zu haben. Ich kann ihm zu seiner Karriere nur gratulieren. Filippo ist ein großartiger Sportler und hat über viele Jahre gezeigt, was es bedeutet, für den Radsport zu leben. Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute und hoffen, dass er dem Radsport weiterhin verbunden bleibt“, sagt Teammanager Dominik Hrinkow.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Rennsport beginnt für Filippo Fortin nun ein neues Kapitel. Die Erinnerungen an Siege, Podiumsplätze, schwere Tage, lange Reisen und die vielen Menschen, die seinen Weg begleitet haben, bleiben jedoch.
Hrinkow Advarics sagt Grazie, Pippo. Für die gemeinsamen Kilometer, für den Sieg in Malopolska, für deine Erfahrung, deinen Einsatz und für die Leidenschaft, die du über all die Jahre in den Radsport eingebracht hast.
Farewell, Filippo.