Vom 20. bis 27. September geht es in Montreal, der größten Stadt der Provinz Québec, in insgesamt 13 Disziplinen um die begehrten Regenbogentrikots. Bereits 1974 war Kanada Schauplatz der Weltmeisterschaften, zuletzt machte Montreal 1984 Radsportgeschichte, als sich der Belgier Eddy Merckx dort sein drittes Weltmeistertrikot sichern konnte.
Für einen starken Auftritt bei der diesjährigen WM sorgte am vergangenen Wochenende Richard Riska vom Hrinkow Advarics Team. Im U23-Rennen der Männer, dem mittlerweile 30. U23-Rennen in der Geschichte der Straßenweltmeisterschaften, belegte der Slovake den hervorragenden achten Rang. Auf dem anspruchsvollen Kurs rund um Montreal mussten die Fahrer insgesamt 174,2 Kilometer und nicht weniger als 3.488 Höhenmeter bewältigen. Ein Rennen, das von Beginn an ein hohes Tempo und enorme körperliche Belastbarkeit verlangte.
„Die ersten drei bis vier Runden waren richtig hart zu fahren“, blickt Riska auf die Anfangsphase zurück. Schon früh entwickelte sich das Rennen zu einem regelrechten Ausscheidungsfahren. Runde für Runde wurde das Feld kleiner, während sich die stärksten Fahrer an der Spitze behaupteten. Auch eine zunächst entscheidende Spitzengruppe wurde im weiteren Rennverlauf wieder gestellt – mit Ausnahme eines Fahrers, der sich weiterhin alleine an der Spitze behaupten konnte.
Riska hielt sich zu diesem Zeitpunkt weiterhin in aussichtsreicher Position und bewies auch in der entscheidenden Phase des Rennens seine Stärke. In der letzten Runde erhöhte der Hrinkow-Fahrer am Anstieg das Tempo noch einmal deutlich. Gemeinsam mit fünf weiteren Fahrern konnte er sich vom restlichen Feld absetzen. Die Gruppe schaffte es allerdings nicht, sich entscheidend zu organisieren. Weil die Zusammenarbeit ausblieb, schlossen von hinten erneut einige Fahrer auf und die Entscheidung um die vorderen Plätze fiel schließlich im Sprint.
Mit Rang acht erreichte Riska damit nicht nur sein bislang herausragendes Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft, sondern war zugleich der schnellste Fahrer im gesamten WM-Aufgebot, der nicht einem Development-Team angehört.
„Mein Material war extrem schnell und ich hatte richtig gute Beine. Top Ten bei Weltmeisterschaften schaffen nicht viele in ihrer Karriere. Ich bin sehr stolz auf meine Leistung“, zeigte sich Riska nach dem Rennen zufrieden.
Der achte Platz in Montreal ist damit der nächste große Schritt in der Karriere des jungen Hrinkow-Advarics-Profis. Auf einem der anspruchsvollsten WM-Kurse der vergangenen Jahre behauptete sich Riska über mehr als vier Stunden Renndauer gegen die internationale U23-Elite und setzte mit seinem Top-Ten-Ergebnis ein starkes Ausrufezeichen auf der größten Bühne des internationalen Radsports.
Foto: (c) sn_nphotography